Ein Haus zu verkaufen, gehört wohl zu den anspruchsvollsten Vorhaben, die es gibt. Daher sollten Sie dabei nichts dem Zufall überlassen oder gar einfach nach “Bauchgefühl” entscheiden.

Lesen Sie vor dem Hausverkauf unsere Tipps, dann werden Ihnen unerwünschte Überraschungen erspart bleiben.

Haus verkaufen: Drei erste Tipps

Zunächst steht natürlich die Frage im Raum, was Sie für Ihr Haus überhaupt bekommen können. Diese Frage ist gar nicht so leicht zu beantworten, denn maßgeblich ist nicht das, was Sie selbst für Ihr Haus bezahlt haben.

 

Auch die Tatsache, dass Sie wahrscheinlich nach dem Kauf selbst viel Geld und vor allem Arbeit in Ihre Immobilie gesteckt haben, bringt Sie bei der aktuellen Preisermittlung nicht weiter.

 

Daher Tipp 1 für Ihren Hausverkauf:

  • Lassen Sie Ihre Immobilie bewerten: Und zwar von einem Profi. Immobilienbewerter haben zwar ihren Preis, doch dafür erhalten Sie einen realistischen Verkaufspreis, der für Sie nicht nachteilig ist.

 

Womit wir beim nächsten Punkt wären: Genauigkeit. Zu einer Immobilie gehören eine ganze Menge unterlagen. Auf die sollten Sie so schnell wie möglich zugreifen können, nicht nur für mögliche Kaufinteressenten, sondern auch für den Notartermin, der früher oder später auf Sie zukommt.

 

Und hier kommt Tipp 2 (unter Umständen benötigen Sie nicht alle hier aufgelisteten Unterlagen):

 

Bereiten Sie Ihre Unterlagen vor
  • Grundriss
  • Flurkarte
  • Energieausweis
  • Dokumente über Instandhaltungskosten und Instandhaltungsrücklagen
  • Grundbuchauszug
  • Bauakte
  • Bauplanungsrechtliche Auskünfte
  • Mietverträge
  • Baulastenauskunft
  • Baudenkmal
  • Dokumente über erfolgte oder notwendige Sanierungen
  • Baujahr
  • Aufstellung über laufende und monatliche Kosten

 

 

Es ist ein bisschen wie bei einem Auto, das Sie verkaufen wollen. Ihre Chancen, einen guten Preis zu erzielen, stehen besser, wenn der Wagen scheckheftgepflegt ist. Bei einem Haus sprechen wir jedoch von gänzlich anderen Dimensionen, vollständige Unterlagen sind daher wichtig.

 

Und wenn wir schon davon sprechen, darf natürlich auch das äußere Erscheinungsbild nicht fehlen. Das ist aufwändiger, als man vielleicht zunächst denkt. Es ist ja nicht damit getan, einmal durchs leere Haus zu wischen.

 

Sie wollen einen guten Gesamteindruck hinterlassen, dazu ist etwas mehr nötig als den Staubwedel zu schwingen.

 

Um Ihr Haus besser zu verkaufen, hier also Tipp 3:

  • Nutzen Sie die Dienstleistung “Home Staging”: Der erste Eindruck zählt. In den USA und anderen Ländern ist Home Staging längst eine etablierte Methode, um die Verkaufschancen zu erhöhen. Einrichtungsprofis richten Ihre Immobilie so her, wie Sie sie wohl selbst noch nicht gesehen haben. Nachweislich werden durch Home Staging auch höhere Verkaufspreise erzielt.

Zusammenfassung

Für den erfolgreichen Hausverkauf müssen Sie den Preis ermitteln (lassen), alle Unterlagen für den Hausverkauf greifbar haben und unter Umständen auf den Service von Home Staging zurückgreifen.

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Tipps zum Hausverkauf mit oder ohne Makler

Kann man mit einem Makler das Haus zu einem besseren Preis verkaufen? Oder geht es auch ohne seine Hilfe? Potenziellen Käufern dürfte es egal sein, wie Sie den Verkauf Ihrer Immobilie organisieren. Ihnen dagegen nicht.

 

An dieser Stelle sei mit dem Vorurteil aufgeräumt, Makler fahren mit dicken Autos zum Haus oder zur Wohnung, stehen lächelnd rum und kassieren üppige Provisionen. Das wird der Aufgabenstellung eines Maklers nicht gerecht, und so sollten Sie sich folgende Fragen stellen:

 

  • Haben Sie die Zeit und das nötige Wissen, um Ihr Haus ohne Makler zu verkaufen?
  • Stehen Ihnen die Mittel zur Verfügung, eine umfassende Marktanalyse vorzunehmen und die Preise Ihrer Region zu ermitteln?
  • Können Sie neben der Preisfestlegung auch die Verhandlungen mit Interessenten führen, ohne “einzuknicken”?
  • Sind Sie in der Lage, professionelle Fotos zu erstellen bzw. ein Exposé anzufertigen?
  • Können Sie ansprechende Anzeigen online und offline schalten?
  • Haben Sie die Zeit, für Mails, Telefonate und Besichtigungstermine zur Verfügung zu stehen?

 

Sie sehen: Für den privaten Immobilienverkauf brauchen Sie nicht nur die wichtigsten Unterlagen, ein paar Fotos und solvente Käufer, sondern eine Menge Zeit und Energie für den gesamten organisatorischen und logistischen Aufwand. Experten vor Ort können da eine große Hilfe sein.

Zusammenfassung

Niemand kann Ihnen vorschreiben, ob sie auf einen Makler zurückgreifen wollen oder nicht. Die Entscheidung dafür oder dagegen sollten Sie aber in aller Ruhe treffen.

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Haus verkaufen: Tipps für den Besichtigungstermin

Gehen wir einmal davon aus, dass Sie – mit oder ohne Hilfe – alles vorbereitet haben. Die Unterlagen sind vollständig, Sie haben einen realistischen Verkaufspreis ermitteln lassen und im Internet und in Zeitungen ansprechende Anzeigen geschaltet.

 

Dann stehen bald die ersten Besichtigungstermine vor der Tür. Und die sollten Sie keinesfalls unterschätzen. Denn nun geht es ans Verkaufen im psychologischen Sinne. Sie bekommen es mit sehr unterschiedlichen Menschen zu tun, die mal leichter und mal weniger leicht im Umgang mit Ihnen sein werden.

 

Hier einige Tipps, wie Sie gut durch den Stress der Besichtigungstermine kommen:

 

  • Tipp 1: Seien Sie gut erreichbar, nachdem Sie Ihr Haus inseriert haben. Die Besichtigung beginnt mit der Terminvereinbarung, Sie sollten also möglichst immer erreichbar sein (persönliche Grenzen dürfen und sollten Sie sich aber dennoch schaffen)
  • Tipp 2: Achten Sie darauf, alle oben genannten Unterlagen beim Besichtigungstermin vorliegen zu haben.
  • Tipp 3: Qualifizieren Sie Kaufinteressenten. Hausbesichtigungen sind kein Zuckerschlecken, das werden Sie schnell feststellen. Kandidaten, die sich die Immobilie sowieso nicht leisten können, rauben Ihnen nur Kraft und Zeit. Erkundigen Sie sich bezüglich der Interessenten nach deren wirtschaftlichen Voraussetzungen. Wie stehen diese beruflich dar, wie finanziell? Gibt es bereits bestehende Kredite oder negative Schufa-Einträge? Wie sicher ist der Arbeitsplatz, wie der berufliche Status überhaupt?
  • Tipp 4: Trainieren Sie Ihre Verhandlungssicherheit. Von den notwendigen Unterlagen, die Sie brauchen, wenn Sie Ihr Haus verkaufen, war ja bereits die Rede. Allerdings sollten Sie diese auch inhaltlich verstehen. Das gilt in besonderem Maße für den Kaufvertrag. Den sollten Sie genau kennen und verinnerlicht haben, was die einzelnen Punkte bedeuten. Können Sie hier an Sie gerichtete Fragen nicht einwandfrei beantworten, verschreckt das womöglich Interessenten.
  • Tipp 5: Niemanden geht es etwas an, warum Sie Ihr Haus verkaufen wollen. Behalten Sie das also möglichst für sich, denn es kann sich auf die Verhandlungen auswirken. Ob Sie aus finanziellen Gründen verkaufen oder weil sie sich privat verändern wollen oder müssen, geht nur Sie etwas an. Im Zweifel ziehen Sie sich auf die Aussage zurück, dass Sie eine räumliche Veränderung wollen.

 

Und noch ein wichtiger Punkt: Bleiben Sie sachlich bei den Besichtigungen. Es gibt sehr unterschiedliche Interessenten, und nicht selten sind ihre Beweggründe nur schwer zu ergründen. Zudem gibt es solche, die besonders hart verhandeln oder Sie provozieren wollen.

 

Lassen Sie sich auf solche “Spielchen” möglichst nicht ein, selbst, wenn Sie den Eindruck haben, Ihrem Gegenüber überlegen zu sein. Ein Hausverkauf ist kein Duell, sondern sollte auf das Erzielen eines gemeinsamen Ergebnisses hinauslaufen. Mit einem rhetorischen Schlagabtausch kommen Sie diesem Ziel nicht näher.

Zusammenfassung

Konzentrieren Sie sich bei den Besichtigungsterminen auf die sachliche Ebene, bereiten Sie sich inhaltlich gut vor und lassen Sie sich nicht von provokanten Kaufinteressenten beeindrucken.

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